Schritt für Schritt zu einer gelingenden kommunalen Kinder- und Jugendbeteiligung

Über 5.000 Kinder und Jugendliche wohnen in Eidelstedt.
In Eidelstedt entstehen neue Wohnquartiere – auch für Geflüchtete. Bis 2023 soll Eidelstedt attraktiver werden. Die Grundlage hierfür ist das „Rahmenprogramm integrierte Stadtentwicklung“ (RISE).
Der Stadtteil verändert sich. Wie nehmen Kinder und Jugendliche diese Veränderungen wahr?
Was bedeutet ihnen ihr Stadtteil? Welche Orte sind ihnen wichtig? Was brauchen sie, um sich in Eidelstedt wohlzufühlen?
Welche Bedürfnisse haben Kinder und Jugendliche, die neu nach Eidelstedt kommen?
Wie können sie selbst Einfluss auf ihr Lebensumfeld nehmen?
Wie können wir sie dabei unterstützen, ihre Potentiale zu erkennen und sich damit aktiv für die Umsetzung ihrer Ideen stark zu machen?
Die Initiative Eidelstep, ein Zusammenschluss der Träger und Projekte der offenen Kinder- und Jugendarbeit vor Ort, dem Verband Kinder- und Jugendarbeit Hamburg, dem SV Eidelstedt und dem Jugendamt Eimsbüttel arbeitet seit 2016 daran, Aktivitäten und Angebote durchzuführen mit denen es Kindern und Jugendlichen im Alter von 6- 21 Jahren ermöglicht wird, ihre Wünsche und Vorstellungen zu Eidelstedt zu formulieren und sich an der Stadtteilentwicklung zu beteiligen.

Beteiligung ist ein Kinder- und Jugendrecht

Den rechtlichen Rahmen zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen bilden das Hamburgische Bezirksverwaltungsgesetz § 33, das Sozialgesetzbuch achtes Buch § 8 sowie die UN-Kinderrechts-konvention in den Artikeln 12–14.

Beteiligung ist Bildung
Beteiligung fördert:

  • Kompetenzen durch das Erlernen von Methoden wie Interviews und kreativen Dokumentationsformen sowie den Umgang mit Medien 
  • das Erleben von Demokratie , Mitbestimmungsrecht und Einflussmöglichkeiten
  • Akzeptanz und Vielfalt durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Sichtweisen in Aushandlungsprozessen
  • Erfahrung von Selbstwirksamkeit, dem Erkennen von eigenen Stärken und Potentialen
 Die Ziele von Eidelstep sind
  • möglichst vielfältige Erfahrungen und Sichtweisen junger Menschen bezüglich ihres Stadtteils sammeln und dokumentieren
  • Ergebnisse dieser Erkenntnisse mit den Beteiligten auswerten, Mängel und Bedarfe feststellen, Lösungsideen entwickeln
  • und diese öffentlich mit denjenigen diskutieren, die planen und Einfluss haben
    konkrete Anlässe bieten, die Kindern und Jugendlichen ermöglichen sich einzumischen und mitzugestalten
  • eine langfristig tragende Kinder- und Jugendbeteiligung schaffen –mit vielfältigen Formen und verbindlichen Strukturen
 Wie wollen wir diese Ziele erreichen
Lebensumfeldes?Unser Motto ist „Spuren suchen, Spuren legen“

Wir laden Kinder- und Jugendliche einzeln oder in Gruppen ein, Spuren zu suchen, sich an einer Bestandsaufnahme mit Interviews, Stadtteilerkundungen, Foto-Safaris, Hör- und Filmproduktionen zu beteiligen.
Mit attraktiven Methoden werden die Kinder- und Jugendlichen motiviert, sich mit der Situation in ihrem Stadtteil auseinanderzusetzen, ihre Sichtweisen in ihrer Sprache und medienunterstützt zu dokumentieren.
Auf der Homepage des Projekts finden sich Materialien, die eine Durchführung erleichtern sollen.
Das Projekt wird in Gremien und Institutionen beworben.
Um eine breite und vielseitige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen, sind Kooperationen mit Schulen und Organisationen, in denen sich junge Menschen treffen, notwendig.
Der SV Eidelstedt ist dafür ein wichtiger Partner geworden.
Mit der Stadtteilschule Eidelstedt konnten bereits erfolgreich einzelne Workshops im Nachmittags-bereich durchgeführt werden.
Alle Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit haben seit 2016 verschiedene Aktivitäten
durchgeführt. Die Ergebnisse sind auf www.eidelstep.de dokumentiert.
Die Auswertungen der Bestandserhebungen werden, möglichst gemeinsam mit den Akteuren, vorgenommen und daraus Ideen und Maßnahmen für die nächsten Schritte entwickelt, um „Spuren zu legen“. Wo sind Veränderungsbedarfe sichtbar geworden? Wie könnten Lösungsmöglichkeiten aussehen? Was muss getan werden, um diese zu verfolgen? Was können Kinder und Jugendliche dazu beitragen?

Beteiligung braucht überschaubare Zeiträume, konkrete Anlässe und viel Energie

Eidelstep macht die Erfahrung, dass der Aufbau einer auf Dauer angelegten Beteiligungsstruktu

r ein langer und aufwendiger Prozess ist.
Der Zugang zu einer repräsentativen Menge der Zielgruppen ist alleine über die offene Kinder- und Jugendarbeit nicht sic

herzustellen und braucht verlässliche Kooperationen.
Kinder im Alter bis ca. 10 Jahre sind vergleichsweise einfach anzusprechen. Jugendliche sind schwerer für die Vorhaben zu begeistern.
Es braucht altersangemessene, attraktive Methoden die motivieren sich zu beteiligen.
Die Einzelprojekte müssen zeitnah, konsequent und zügig weiterverfolgt werden. Eine kontinuierliche und verbindliche Beteiligung ist dabei notwendig, im Kontext der Freiwilligkeit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit aber nicht zu gewährleisten.
Sinn und Ziel der Bestandserhebung und die Beteiligungsanlässe müssen klar benannt sein.
Der weitere Prozess muss nachvollziehbar und konkret sein, Ergebnisse sichtbar werden.

Erste Erfolge

Eidelstep etabliert sich. Mehrere konkrete Gestaltungsvorhaben, bei denen Kinder und Jugendliche, unterstütz durch Eidelstep, ihre Wünsche realisieren, gehen in die Planungs- und Umsetzungsphase.

Als Ansprechpersonen für das Projekt stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Claudia Sydow, Jugendamt Eimsbüttel Tel: 42801-5264